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Forschungsprojekt ::
Edition der Akten der Provisorischen Zentralgewalt in der deutschen Revolution 1848/49

Projektbeschreibung

Der Zweck des Unternehmens ist es, der Geschichtswissenschaft, die in verschiedenen Archiven aufgespürten und ausgewählten Quellen zur Tätigkeit der Provisorischen Zentralgewalt während der Revolution von 1848/49 transkribiert, kommentiert und durch detaillierte Register erschlossen zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus sollen zwei begleitende Studien zum einen die Rolle von Reichsverweser Erzherzog Johann innerhalb der revolutionären Exekutive wie zweitens deren Verhältnis zu zwei ausgesuchten Königreichen des Deutschen Bundes untersuchen. Wünschenswert wäre eine dritte Dissertation zum Verhältnis ausgesuchter Fürstentümer zu den revolutionären Institutionen in Frankfurt.

Damit werden hauptsächlich vier Ziele angestrebt:

1. Zunächst wird die Rolle der Provisorischen Zentralgewalt während der Revolution von 1848/49 eingehender beleuchtet, um zwei Defizite der Forschung zu beheben. Denn mit der Edition und den begleitenden Untersuchungen werden zum einen die Grundlagen geschaffen für eine ausgewogenere Beurteilung sowohl des Einflusses der Zentralgewalt auf den Gang der Revolution als auch der für ihren Erfolg entscheidenden Durchsetzungskraft gegenüber den fürstlichen Partikulargewalten; zum anderen werden dadurch die Kenntnisse der zu wenig beachteten Phase nach der Auflösung der Frankfurter Nationalversammlung verbreitert, da die Zentralgewalt die einzige Institution der Revolution gewesen ist, die bis zu deren Ende bestanden hat.

2. Verfassungsgeschichtlich stellt das im Juni 1848 errichtete System das aufschlussreiche Experiment dar, parlamentarisches Regieren mit dem traditionellen Konstitutionalismus in Einklang zu bringen. Das war in Deutschland bis dahin ohne Vorbild. Um so interessanter ist die Praxis, die sich in ihren Einzelheiten nur durch detaillierte Quellen erschließt und mit deren Hilfe der immer noch umstrittene Charakter dieser Regierung geklärt werden kann.

3. Institutionen- wie verwaltungsgeschichtlich besonders reizvoll ist es, die politischen Probleme wie praktischen Herausforderungen des Aufbaus einer Regierung aus dem Nichts zu fassen. Dazu ist das Material so umfangreich, dicht und zusammenhängend wie kaum woanders vorhanden.

4. Ein mentalitäts- wie kulturgeschichtlicher Ansatz legt das Selbstverständnis der Mitglieder der ersten parlamentarischen Regierung in Deutschland, deren Motive, Formen der Entscheidungsfindung, Perzeption der Handlungsmöglichkeiten wie Außendarstellung offen. Es wird so ein Beitrag zur politischen Biographie der Unterstaatssekretäre, Minister und Ministerpräsidenten geleistet. Vor allem aber wird die Rolle des Reichsverwesers aufgehellt, der für die Forschung in der ersten Phase der Revolution bis jetzt eher eine Randfigur ist und dessen Politik in der zweiten widersprüchlich, ja teils rätselhaft erscheint.

Angaben zum Forschungsprojekt

Beginn des Projekts:01. Oktober 2012
Ende des Projekts:31. Dezember 2018
Projektstatus:abgeschlossen
Projektleitung:Ruppert, Prof. Dr. Karsten
Beteiligte Personen:Hirschmüller, Tobias
Hartmann, Philipp
Meyer , Markus
Lehrstuhl/Institution:
Finanzierung des Projekts:Begutachtete Drittmittel
Geldgeber:Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Schlagwörter:Revolution 1848/49; Provisorische Zentralgewalt; Exekutive; Bundesstaaten; Akten
Themengebiete:N Geschichte > NP Vom Wiener Kongreß bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (1815 - 1918)
Projekttyp:Grundlagenforschung
Webseite:http://achtundvierzig.hypotheses.org/
Projekt-ID:2353
Eingestellt am: 28. Jul 2017 12:18
Letzte Änderung: 07. Jan 2019 18:26
URL zu dieser Anzeige: http://fordoc.ku-eichstaett.de/2353/