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Forschungsprojekt ::
Urteile und Engagementbereitschaften von Bürgern(innen) gegenüber Kernenergie vor dem Hintergrund des Reaktorunglücks in Japan

Projektbeschreibung

Ziel des Vorhabens ist es, die Motivgrundlagen deutscher Bürgerinnen und Bürger zu untersuchen, sich im Kontext der Kernenergie vor dem Hintergrund des Reaktorunglücks in Japan zu engagieren. Dabei wird die breite möglicher politischer Ziele erfasst: von einer Beibehaltung der Nutzung der Kernenergie über eine eingeschränkte Nutzung mit langsamen Ausstieg bis hin zu einem sofortigen Ausstieg aus der Kernenergie. Theoretischer Hintergrund der Studie bildet ein verantwortungs- und gerechtigkeitsbezogenes Handlungsmodell, dessen Gültigkeit für Handeln mit Konsequenzen für die Förderung oder Einschränkung von Atomenergie überprüft werden soll. Das Modell steht im Gegensatz zu den Annahmen von Rational-Choice-Modellen, welche in der Maximierung des eigenen Nutzes das einzige Handlungsmotiv sehen.

Zur Modellüberprüfung werden mit einer breit angelegten Online-Untersuchung Urteile und Engagementbereitschaften von Bürgerinnen und Bürgern hinsichtlich des Einsatzes von Kernenergie, aber auch alternativer Energien erfasst. Erhoben werden u.a. Variablen der Gerechtigkeit, der Verantwortung, des Vertrauens und des emotionalen Erlebens, wie Empörung über die negativen Konsequenzen von Atomenergie, Ärger über wahrgenommenes Hochspielen der Gefahren, Ängste und erlebte Gesundheitsgefährdungen durch Atomenergie. Darüber hinaus werden spezifische Urteile und Emotionen bezogen auf das Reaktorunglück am 11. März 2011 in Japan erhoben.

Es wird angenommen, dass sich die aktuelle Diskussion in differenzierten, aber teilweise polarisierten Urteilen und Engagements im Bereich der Kernenergie widerspiegelt. Dies sollte zu einer hohen Antwortvarianz führen. Erwartet wird darüber hinaus, dass die Engagements auf komplexen Motivgrundlagen beruhen, die nicht nur Kognitionen, sondern auch Emotionen umfassen. Befürworter wie Gegner der Nutzung von Atomenergie werden ihre Standpunkte gleichermaßen über Gerechtigkeitsurteile stützen, die inhaltlich jedoch unterschiedlich sind. Auch das emotionale Erleben sollte sich zwischen den Gruppen deutlich unterscheiden. Bestätigen sich diese Hypothesen, so wäre ein weiterer Beleg für die Gültigkeit des Handlungsmodells erbracht.

Die Studie ist als Längsschnitterhebung geplant, um zu überprüfen, wie sich die Urteile und Engagements in der Stichprobe über die Zeit verändern. Damit soll insbesondere überprüft werden, welchen Einfluss das Reaktorunglück in Japan auf die grundsätzlichen Urteile über die Nutzung der Atomenergie hat aber auch, wie sich die Bewertung des japanischen Reaktorunglücks und Engagements bezogen auf die Situation in Japan über die Zeit verändern.

Angaben zum Forschungsprojekt

Beginn des Projekts:März 2011
Projektstatus:abgeschlossen
Projektleitung:Kals, Prof. Dr. Elisabeth
Sirrenberg, Dipl.-Psych. Manuela
Lehrstuhl/Institution:
Finanzierung des Projekts:Aus Lehrstuhletat (intern)
Schlagwörter:Gerechtigkeit, Verantwortung, Vertrauen, Atomkraft, Kernenergie, Fukushima
Themengebiete:A Allgemeines, Hochschulwesen; Bibliothekswesen; Umweltschutz; Journalistik
C Philosophie; Psychologie
M Politik; Soziologie
Projekttyp:Angewandte Forschung
Projekt-ID:1225

Publikationen

Liste der Veröffentlichungen auf dem Publikationserver KU.edoc der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
Eingestellt am: 06. Apr 2011 08:01
Letzte Änderung: 22. Okt 2015 14:46
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