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Forschungsprojekt ::
Kognitive Stile bei Absoluthörern

Projektbeschreibung

In der Forschungsliteratur zum absoluten Gehör ist bislang umstritten, wie es zur Ausbildung dieser Fähigkeit kommt. Viele Befunde deuten darauf hin, dass es sich um eine gelernte Fähigkeit handelt, natürlich nicht explizit gelernt, sondern eher als Nebeneffekt des Musik- bzw. Instrumentalunterrichts. Die Tatsache, dass nur eine Minderheit von musizierenden Kindern absolutes Gehör entwickelt, führte aber zu der Frage, ob es auch erbliche Faktoren gibt, die die Entwicklung des absoluten Gehörs begünstigen. Genetiker haben hierauf bislang noch keine Antwort gefunden. Möglicherweise gibt es allgemeine Persönlichkeitseigenschaften, die dabei eine Rolle spielen. Eine solche Persönlichkeitseigenschaft sollte hier untersucht werden, nämlich die Bevorzugung bestimmter Denkweisen. Viele Absoluthörer beschreiben ihr eigenes Hörverhalten so, dass sie stärker auf einzelne Töne achten als auf den musikalischen Kontext. Im Experiment sollte herausgefunden werden, ob sich eine besondere Aufmerksamkeit für einzelne Informationen in musikalischen und visuellen Aufgaben zeigt.

In einer Stichprobe von 30 Versuchsteilnehmern wurden 10 Absoluthörer mit 10 Nichtabsoluthörern verglichen. Die Besonderheit der Absoluthörer war ihre Fähigkeit, Töne zu benennen (dies entspricht der Definition des absoluten Gehörs). Diese konnten sie nutzen, um Fehler in Kurzmelodien zu entdecken. Die Fähigkeit des absoluten Gehörs hing in dieser Stichprobe aber nicht zusammen mit einer allgemein vorhandenen Konzentration auf einzelne Informationen. In diesbezüglichen Aufgaben (visuelle und auditive Muster- bzw. Motiverkennung) unterschieden sich Absoluthörer und Nichtabsoluthörer nicht. Absolutes Gehör ist nach diesen Ergebnissen eine sehr spezialisierte Fähigkeit, die keine Auswirkungen auf das allgemeine Denken ihrer Besitzer hat.

Dateien

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Vorschau
Proceedings-Artikel der ESCOM 2009: Kathrin Schlemmer, Do Absolute Pitch Possessors Have a Field Independent Cognitive Style? - PDF
324Kb

Angaben zum Forschungsprojekt

Beginn des Projekts:2007
Ende des Projekts:2009
Projektstatus:abgeschlossen
Projektleitung:Schlemmer, Prof. Dr. Kathrin
Lehrstuhl/Institution:
Finanzierung des Projekts:Sonstiges
Geldgeber:
  • Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • DAAD
Schlagwörter:Gedächtnis für Musik
Musikalische Fähigkeiten
Themengebiete:C Philosophie; Psychologie > CP Allgemeine Psychologie
L Volkskunde; Klassische Archäologie; Kunstgeschichte; Musikwissenschaft > LR Musikwissenschaft - Musica theoretica - Sachteil z.B. Instrumente, Ensembles, Systematische Musikwissenschaft
Projekttyp:Habilitationsprojekt
Projekt-ID:1004

Publikationen

Liste der Veröffentlichungen auf dem Publikationserver KU.edoc der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
  • Schlemmer, Kathrin:
    Absolute Pitch (Symposium).
    2009
    Veranstaltung: 7th triennial Conference of European Society for the Cognitive Sciences of Music (ESCOM 2009), 12th-16th August 2009, University of Jyväskylä, Finland.
    (Veranstaltungsbeitrag: Kongress/Konferenz/Symposium/Tagung, Vortrag)
  • Volltext
  • Schlemmer, Kathrin:
    Absolutes Gehör und Kognitive Stile?
    2008
    Veranstaltung: Sektionstagung der Fachgruppe "Systematische Musikwissenschaft" der Deutschen Gesellschaft für Musikforschung, 7.-8.03.2008, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
    (Veranstaltungsbeitrag: Kongress/Konferenz/Symposium/Tagung, Vortrag)
Eingestellt am: 29. Mär 2010 08:14
Letzte Änderung: 07. Feb 2018 03:20
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